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Gewächshaus Post 06/2015

Paradeiser, Liebes- oder Goldapfel

Gemeint ist immer die Tomate, die bei Hobbygärtnern auch am häufigsten angebaut wird. Der Juni ist der wichtigste Wachstumsmonat, er entscheidet maßgeblich über den späteren Erfolg der Kultur. Gut dran sind alle, die ihre Tomaten im Gewächshaus kultivieren, auch ein Folienzelt (wie das Patioflora aus unserem Haus) ist gut. Zumindest jedoch muss man den Tomaten ein Dach über dem Kopf (Verzeihung, Blatt!) bieten, das erhöht die Chancen auf eine reiche Ernte.

Alte Tomatensorten. Photo: M. Großmann / pixelio.de Alte Tomatensorten. Photo: M. Großmann / pixelio.de

Auf die Wuchsform kommt es an, nicht nur im Tomatenhaus

Tomaten lassen sich im Wuchs unterscheiden. Die Meisten wachsen mehr oder weniger unbegrenzt (man nennt das indeterminiert). Aus den Blattachseln entstehen mer wieder Seitentriebe, die ihrerseits wieder Triebe bilden. Das würde erst durch das Ende der Vegetationszeit beendet. Solche Tomatensorten werden Stabtomaten genannt, weil sie immer an Stäben, Schnüren oder praktischer an unserem Rank-O-Flex aufgebunden werden müssen. Es sind die Sorten, die immer „ausgegeizt“ werden müssen. Damit ist das Ausbrechen der Seitentriebe gemeint. Das sollte mindestens wöchentlich, am besten in den Morgenstunden gemacht werden, damit die Wundstelle bis zum Abend abtrocknet ist. Die Triebe möglichst klein entfernen, große Triebe = große Wunden, hier können Pilz- und Bakterienkrankheiten eindringen. Bei den meisten Stabtomaten sollte man die Triebspitze nach der achten Blütentraube kappen, Blüten, die sich ab August bilden ebenfalls ausgeizen, sie würden ohnehin nicht mehr reifen.

Bei Buschtomaten (determinierend wachsend) wird das Wachstum ab einer gewissen Größe mit Ausbildung der Seitentriebe eingestellt.  Buschtomaten müssen weniger häufig ausgegeizt  werden, sie beenden nach der vierten oder fünften Blütentraube das Wachstum. Trotzdem müssen auch sie gestützt werden. Meist reifen die Früchte eines Blütenstandes gleichzeitig, die Tomaten können dann als Traube geerntet werden. Übrigens, die Blätter und Stängel der Tomaten sind behaart, es sind Drüsenhaare, bei einer Verletzung geben sie ein hellgrünes, schleimiges Sekret ab, welches an der Luft sofort trocknet und für den typischen Geruch derTomatenpflanzen verantwortlich ist.

rank-o-flex-tomaten In Form gebracht: Rank-O-Flex von Bio Green bieten perfekten Halt für Ihre Tomatenpflanze in jeder Wachstumsphase

Die Blüten der Tomaten sind auf die so genannte Vibrationsbestäubung, häufig durch Hummeln, spezialisiert. Dabei schütteln die Insekten den Pollen quasi aus den Staubbeuteln. Die Tomaten sind  selbstbefruchter, d.h der Pollen aus der selben Blüte kann die Narbe befruchten. Damit das funktioniert, sollten nicht mehr als 30°C und nicht weniger als 13°C herrschen sonst wird sich der Pollen nicht entwickeln. Eine Luftfeuchte über 90% führt zum Verkleben des Pollens, bei unter 60% trocknet wiederum die Narbe ein. Hummeln kann man durch „Trillern“ ersetzen, dabei bewegt man die Blüte und der Pollen fällt aus.

Bewässerung und Düngung

Tomaten immer morgens wässern, niemals über die Blätter gießen, nicht die Erde völlig trocken werden lassen, aber auch nicht zu viel Wasser, das reduziert den Tomatengeschmack. Optimal ist Tröpfchenbewässerung oder ein Tropfschlauch. Die Wassermenge ist abhängig von der Sorte, zum Beginn der Kultur genügen meist 1,5 - 2,0 Liter /qm später sind es schon 3 - 6 Liter. / qm. Mulch verlangsamt die Verdunstung, er kann aus Stroh, getrockneten oder frischen Blättern von Brennnesseln oder Beinwell bestehen und sollte ca. 5 cm dick sein. Am einfachsten funktioniert in der Praxis die Bewässerung  mit unseren Maxitom Planzgefäßen – hier zieht sich die Tomatenplanze ihr benötigtes Wasser aus dem ausreichend großen Vorratstank. Eine Auswahl an passenden Rankhilfen und Pflanzgefäßen finden Sie hier.

Wenn man die Tomaten beim Pflanzen gedüngt hat, z. B. Langzeitdünger hat man im Juni noch Zeit mit der Düngung. (Herstellerangabe beachten) Für alle anderen, wenn sich an den Trauben die ersten Früchte zeigen sollte man wöchentlich einen Flüssigdünger einbringen. Am besten einen Dünger mit hohem Kali- Phosphat (PK) und Spurenelemente- Anteil auswählen. (Granulierte Dünger nach Herstellerangaben verwenden)

Eine mit Braun- bzw. Krautfäule befallene Tomatenpflanze. Photo: Jörn Pinske Eine mit Braun- bzw. Krautfäule befallene Tomatenpflanze. Photo: Jörn Pinske

Krankheiten

Alle Krankheiten zu beschreiben ist hier nicht möglich. Vor allem luftige, warme Kulturführung verhindert Befall. Am meisten gefürchtet die Phytophtera (Kraut- & Braunfäule. An den Früchten zeigen sich braune, eingesunkene Flecken, das Fruchtfleisch darunter ist verhärtet und wird braun, beginnt zu faulen. An den Blättern bilden sich auf der Oberseite grünliche bis braune Flecken, die Unterseite ist von einem weißgrauen Schimmelrasen überzogen. Vorbeugen: Die Blätter dürfen nie nass in die Nacht gehen.

Dagegen ist das so genannte Blattrollen eher harmlos, es hat keinen Einfluss auf den Ertrag. Man kann es besonders häufig nach zu hohen Düngergaben beobachten. Bei den tierischen Schädlingen auf den Befall von Läusen und der Weißen Fliege achten. Hier Hilfe beim Gärtner um die Ecke suchen. Vorbeugend gegen Blau- und Gelbtafeln verwenden. Im geschlossenen Gewächshaus kann auch der Einsatz von Nützlingen sinnvoll sein. Übrigens, nur vollreife Früchte ernten. Reife Früchte lassen sich leicht am Stiel abbrechen. Tomaten nie im Kühlschrank lagern, das typische Aroma geht verloren!

  … schon gewusst? Interessantes aus der Gartenwelt

Reisetomate Die Reisetomate. Photo: Jörn Pinske

1498 brachte Kolumbus die ersten Tomaten nach Europa. Es war eine Sorte mit gelber Frucht, niemand wollte sie essen! Man glaubte sogar die Früchte können Liebeswahn auslösen. Erst im 16. Jahrhundert begannen die Italiener mit der Kultivierung der Tomatenpflanzen.

In Deutschland begann der Anbau erst um 1900. Eine eher interessante Sorte ist die Reisetomate, dabei handelt es sich um eine stark segmentierte Einzelfrucht, bei der die einzelnen Fruchtkammern voneinander getrennt werden können ohne dabei die Frucht zu beschädigen. Angeblich sind die Azteken mit dieser Sorte auf Reisen gegangen, um lange wassereiche Früchte zu haben. Die Reisetomate zählt zu den Fleischtomaten. Sie ist sehr robust und nicht besonders anfällig für Krankheiten, wie Braunfäule. Die Pflanze wächst 1,20 – 2,50 Meter hoch und bildet stark verzweigte Fruchtstände; sie ist frühreif und ertragreich.

Unter Glas im Monat Juni

Anzuchtbeet mit Salat Laufende Nachzucht von Salat im Anzuchtbeet von Bio Green vorn, Anzucht Kräuter, dahinter Kohlrabi, dann Salat Aussaat und pikierter Salat. Photo: Jörn PinskeUnter Glas im Monat Juni

Über die Pflege der Tomaten wurde eingangs schon berichtet, aber auch andere Kulturen sind zu beachten. So ist der Wasserbedarf von Paprika (Chili) im Gewächshaus jetzt recht hoch. Wichtig die Bodenfeuchtigkeit, Paprika wurzeln nicht so tief wie Tomaten. Trockenheit in dieser Phase verringert die Fruchtgröße. Paprika unbedingt jetzt düngen, allerdings weniger stark als Tomaten. Eine verzögerte Entwicklung von Seitentrieben kann durch das Entfernen der so genannten „Königsblüte“, die in der Mitte der Stängelverzweigung sitzt, angeregt werden. Paprika ist vorwiegend ein Selbstbefruchter, Hilfe also nicht nötig.

Auf Blattläuse achten.

Trockenheit und Wärme begünstigen jetzt die Vermehrung der Blattläuse. Auch Weiße Fliege kann jetzt schon Unheil anrichten. Unbedingt Gelbtafeln verwenden. (Kontrolle und Bekämpfung!) Die Luftfeuchtigkeit nicht zu niedrig halten. Besonders schwierig ist das, wenn man Tomaten, Gurken und Paprika in einem Haus hält. Trotzdem, auch die Wege im Gewächshaus anfeuchten, das erhöht die Luftfeuchte. Beim Lüften im Juni nicht zu vorsichtig sein, auch Gurken vertragen es eher kühler als zu warm, denn kühler gehaltenen Pflanzen bleiben gesünder und widerstandsfähiger. Dabei natürlich nicht übertreiben!

Radies im Frühbeet_4172 Pikieren direkt ins Frühbeet. Photo: Jörn Pinske

Gurken haben einen hohen Wasser- und Nährstoffbedarf. Das Gießwasser sollte nicht zu kalt sein. Nach Bedarf, unbedingt wöchentlich flüssig nachdüngen, auch wenn schon bei der Pflanzung ein Dünger eingesetzt wurde. Gurken jetzt auch beschneiden. Dabei wird der unkontrollierte Wuchs geordnet. Alle Bereiche der Pflanze erhalten genügend Licht. Den Fruchtansatz begrenzen, es bleiben nur so viele Früchte an der Pflanze wie ernährt werden können.  Die am Haupttrieb sichtbaren weiblichen Fruchtansätze, sind auf etwa 6 Gurken zu dezimieren, zu Gunsten der Seitentriebe. Bei diesen wird immer der Trieb nach dem ersten Blatt- und Fruchtansatz gekappt. Wenn der Haupttrieb das Gewächshausdach erreicht, wird er festgebunden und nach etwa 30 cm Länge entspitzt. Gurken brauchen zwar viel Wasser, an trüben und kalten Tagen aber kann zuviel Wasser sogar Welken verursachen. Wenn Gurken vorzeitig ihre Fruchtansätze abstoßen oder sich die Früchte verformen (spitz zulaufend,
abgeschnürt!) Ist das häufig ein Zeichen für Wachstumsstockungen, ausgelöst durch Nährstoffmangel oder- und zu niedrige Temperaturen.

Zu Sicherheit an sehr kalten Tagen ruhig heizen.

Im Frühbeet oder Gewächshaus kann man jetzt laufend Salat nachziehen,  (auf schoßfeste Sorten achten!) Im Frühbeet keimt er sicher und härtet ab, auch die pikierten Pflanzen noch im Frühbeet lassen. Salat ist eine ideale Zwischenkultur, im Gewächshaus oder Frühbeet, aber  auch im Freiland, man kann ihn zwischen andere Gemüsearten mit längerer Kulturdauer (z. B.: Bohnen, Erdbeeren, Kohl, Kohlrabi, Tomaten, Zwiebeln.) pflanzen. Im Frühbeet auch immer Folgesaaten von Radies aussäen. Ein Tipp, man kann in der Saatschale gezogene Radies direkt ins Frühbeet pikieren. Das ist zwar mühselig, bringt aber optimalen Erfolg.

Weitere Informationen zu Garten- & Gewächshaus-Technik (Hochbeete, Gewächshausheizungen, Winterschutz und Pflanzenanzucht finden Sie im Biogreen Onlineshop.

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